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Geschichten
Haarige Nachbarn
- Nur eine Geschichte?

Meine Tante Lotte wohnte in Nr. 6 einer Straße mit Doppelhäusern.
Seitlich eng beim Nachbarn, nach hinten langer Schlauch-Garten. Sie
hatte einen Hund; einen fast eigenen. Es war die Nelly vom Nachbarn
Nr. 8; Größe und Aussehen ähnlich einem Terrier, ansonsten mit den
Merkmalen vieler "echter" Hunde.
Tante Lotte und Nelly liebten sich. Kam Tante Lotte in den Garten,
wurde sie freundlich begrüßt und oft sprang Nelly dabei über den
niedrigen Zaun. Tante Lotte war viel im Garten! Wenn nicht, wurde sie
laut, deutlich und erfolgreich von Nelly dazu aufgefordert.
Vor Jahren hatte Nelly auch mal Junge gehabt, von denen Tante Lotte
noch jahrelang schwärmte.
Nelly war in gleicher Weise freundlich zu Tante Lottes Besuchern und
fremden Passanten. Und sie reagierte begeistert, wenn Vorüberge-
+ + hende den kleinen Stock unter dem Gartentor sahen und ihn so
+ + nach hinten in den Garten warfen, dass sie ihn nach wildem Spurt
+ + zurückbringen konnte, in der Hoffnung auf erneuten Wurf - oder
+ + den nächsten freundlichen Werfer. - Für Tante Lotte war Nelly
übrigens immer "er"; ob in Erinnerung an ihren frühren Hund Arno
oder in Ableitung von "der Hund", weiß ich nicht. - Einen besseren
Nachbarn konnte man sich für Tante Lotte nicht wünschen!

Weniger Glück hatte Herr Burg, der auch in dieser Straße wohnte.
Er hatte einen ekelhaften Kläffer als engen Nachbarn, der kaum vom
Maschendrahtzaun wich, wenn Herr Burg im Garten war und dabei
wohl auch nur selten schwieg. Seit Herr Burg versucht hatte, ihn mit
erhobener Schaufel endlich einmal von dort zu vertreiben, sah er zur
Begrüßung auch noch des eigentlich nur kleinen Hundes kräftiges
Gebiß und hörte regelmäßig grollend-drohendes Knurren.

-
1 normale Erzählung + 1 gereimte Geschichte
2 x Glück
Haget 363
Schon Jahre ist's her, seit Peter fand,
ein Hufeisen, rostig, am Straßenrand,
solch' Eisen ist eines von jenen Dingen,
geschaffen, um uns Glück zu bringen
und Peter ergriff's auch ohne Zagen,
um glücklich es nach Haus zu tragen,
wo es gerahmt und fein geputzt
- wie Peter spürt - nun wohltätig nutzt.

Nur Monate nach des Fundes Stund',
tat Peters Chef ihm plötzlich kund,
er sei in seiner Gunst gestiegen,
würd' nun eignen Schreibtisch kriegen!
's Hufeisen hat ihn nochmals geschoben,
kam eine weitere Stufe nach oben,
denkt nun im eignen Büro an das Eisen,
dem's gelingt, so seine Kraft zu beweisen.

Auch privat lacht die Sonne des Glücks,
beim Tennis gelingen die besten Tricks,
die Familie wächst und ist zufrieden,
manch schöner Urlaub war schon beschieden,
und Ausflüge auch - an sonnigen Tagen -,
seit Frühjahr sogar mit eigenem Wagen;
kurzum: Seit im Hause der Pferdeschuh,
strahlt die Sonne des Glücks fast immerzu.

Ein Wermutstropfen stört den Frieden:
Rolf ist noch größ'res Glück beschieden,
vor Jahren hatten sich - wie man's kennt -
nach Schule und Jugend ihre Wege getrennt,
Rolf hat wohl doppeltes Glück gefunden:
Dreht nun im eignen Flieger die Runden,
Hat 'ne Fabrik, bewohnt großes Haus -
sieht alles nach Geld und Zufriedenheit aus.

Dieses Glück neidet ihm Peter doch sehr!
Wenn nicht von Hufeisen - wo kommt es her?
... und es stammt von Peters Eisen sogar!
Unglaublicher Zufall? ... und doch ist es wahr!
Kaum hing das Eisen damals an Peters Wand,
hatte Rolf schon seine Chance erkannt,
verzichtet auf Urlaub, Freizeit und Sport,
baut selbst sich sein Glück
- am heimischen Ort.

Alte Hufeisen waren ein billiger Kauf,
er nagelte auf kleine Brettchen sie drauf
und so wie er's plante, ist's ihm geglückt,
die Leut' kauften "Hoffnung" - wie verrückt,
und Rolf hat damals so manche Nacht,
sägend und nagelnd mit den Eisen verbracht,
und als er unschuldig die Stellung verlor,
ging daraus sein Werk, seine Firma hervor.

Auch Rolf hat ein Hufeisen über der Tür
- hatte Glück auch und ist dankbar dafür,
und er freut sich, dass er nun ab und dann,
auch der Familie sich widmen kann,
hat sich in den Jahren nie geschont,
sieht nun, wie sich sein Fleiß gelohnt. -

... derweil Peter
sich neidvoll Gedanken macht,
warum Rolf so viel stärker das Glück gelacht.
Herr Burg hatte sogar vergeblich versucht, dieser Töle das ewige Kläffen mit Hilfe
des Gerichts zu verbieten; dieses hatte ihm auch nach Besichtigung des Hundes
nicht geglaubt, dass er Angst um sein Leben haben müsse. Seitdem wurde jeder
zufällig Vorübergehende abgefangen und mit "Das Wetter soll wärmer werden!" in
ein Gespräch gezogen, welches dann stets schnell in eine Aufklärung über den
schlimmen Nachbar-Köter wechselte.

Kaum zu glauben: Aber Herr Burg wohnte in Haus Nr. 10; die schlimme und laute
Bestie war Tante Lottes Liebling Nelly! Zum Glück war Herr Burg ja nicht Tante Lottes
direkter Nachbar, denn er war natürlich ganz automatisch der und das Böse in
Person!

Ich besuchte Tante Lotte mit meiner Frau und wurde eines Tages auch als
unbekannter Passant von Herrn Burg in Hundegespräche verwickelt. Und ich machte
Herrn Burg die Freude, seinen Garten mit der schlimm-drohenden Nachbarschaft zu
besichtigen. - Nur funktionierte die Vorführung irgendwie nicht. Nelly bellte zwar kurz
freundlich zur Begrüßung - zu meiner Begrüßung! - stand dann aber nur
schweigend und erwartungsvoll schwanzwedelnd hinter dem Drahtgeflecht. Sie
wusste ja durch unsere Bekanntschaft von der anderen Seite ihres Grundstücks in
meiner Hosentasche gute Sachen, nämlich ihre Lieblings-Hundekekse! Und
unauffällig erhielt Sie dann auch nebenbei welche davon.

Herr Burg musste eine Zwillingsschwester der früheren "Bestie" hinter dem Ma-
schendraht vermuten. Diesen Hund hatte er noch nie gesehen, zumindest nicht so!
Und Nelly? Sie hatte das Anknurren und -bellen sicherlich nur als ein Spiel ange-
sehen und war auch diesem Nachbarn nie böse gewesen; er spielte eben nur an-
ders mit ihr. Und vom gewesenen Gerichtsstreit wusste sie wohl auch nichts. -

Als ich ging, hatte Herr Burg Nelly schon mal gestreichelt und ich hatte ihm auch
meine restlichen Hundekekse zur weiteren "Bestechung" überlassen. -
Von Tante Lotte erfuhr ich später, dass "ihr" Nelly nun auf beiden Seiten des Grund-
stücks gern gehört und gesehen wurde

Herr Burg hatte also endlich seinen haarigen Nachbarn wirklich kennen gelernt und
damit einen neuen Freund gefunden.
... aber auch seinen gewohnten alten "Erbfeind" verloren! Seine Gespräche mit
Passanten landeten nun immer beim Briefträger, der ihm die Post stets zu früh, zu
spät oder falsch herum in den Briefkasten steckte und einfach zu "knurrig" sei.
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Wer überall nur Essig erkennt
selbst Zuckerwasser sauer nennt.

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